Anti-Ideologismus

Der Anti-Ideologismus

Von Erik v. Kuehnelt-Leddihn
Erschienen in Criticon Nr. 17, 1973

Bei einigen Konservativen gilt es nur zu oft als Binsenwahrheit, daß die Ideologien allesamt in das üble Zaubergärtlein der Linken gehören, wahrend echte Konservative stets ideologiefeindlich sind oder es doch zumindest sein sollten. Bei dieser Betrachtung ist es aber nicht unwesentlich festzustellen, was nun eigentlich „links“ and „rechts“ bedeuten. Wir haben darüber in Nr. 14 von Criticón geschrieben (im Rahmen eines Aufsatzes über den katholischen Glauben) und wollen hier nur ganz kurz wiederholen, daß der Materialismus, der Determinismus, der Zentralismus, der Etatismus, Sozialismus, Nationalismus und Rassismus linke Phänomene sind, wahrend Spiritualität, freier Wille und Verantwortlichkeit, Föderalismus, Patriotismus und freie Wirtschaft der Rechten zuzuordnen waren. Die Linke ist kollektivistisch, gleichmacherisch und identitär, die Rechte personalistisch, diskriminierend und diversitär („pluralistisch“). Links und Rechts sind echte Gegensätze und berühren sich daher nie. Die Linke wurzelt in der Franzosischen Revolution mit ihren nationalistischen und internationalistischen Epigonen, die Rechte in den Traditionen des christlichen and vorchristlichen Westens.

Was aber ist nun eine Ideologie? Dieser Terminus hat in den letzten Jahrzehnten zusehends das ältere Wort Weltanschauung verdrängt. Der Grund für diese Veränderung ist vielleicht primär in dem Umstand zu finden, daß im Englischen und in den romanischen Sprachen dieser Ausdruck stets ein deutsches, zumeist orthographisch entstelltes Fremdwort blieb. (Im Russischen hatten wir hingegen mirowozzrenije und mirosozertsanije, im Ungarischen vilagnezet, die sich in diesen Sprachen harmonisch einfügen). Eine weitere Ursache dieses Wandels bei uns liegt vielleicht darin, daß „Ideologie“ enger, strenger, profilierter erscheint und so zeitgemäßer wirkt. Der Unterschied ist allerdings nur einer von Nuancen. Eine Weltanschauung setzt einen persönlichen Beschauer voraus, der die Welt – das Leben, die Existenz, Politik, Philosophie, Religion – in einer ganz bestimmten Art sieht. Das Wort Weltanschauung wie auch das fast verschwundene Lebensanschauung entbehrt nicht einer gewissen subjektiven Note. Im Ausdruck Ideologie (zum erstenmal im engeren Sinn vom Praktiker Napoleon verachtungsvoll für gegnerische Theoretiker gebraucht) fühlen wir einen dynamischen Aufruf, ja einen echten Anspruch.[1] Eine „Logie“ ist zwar eine Lehre, wie es in den Worten Geologie oder Philologie aufscheint, doch Logos allein drückt schon Unverrückbarkeit aus. Eine „Idee“ ist ein ganz bestimmter Gedanke.

Ursprünglich kommt der Terminus von idea (eidon, eidos): Aus-Sehen, Gestalt. Bei Plato ist die idea das den Realitäten vorangehende Urbild.

Zweifellos ist es aber so, daß Ideologien einen futuristischen Charakter tragen und das Wunschbild einer neuzugestaltenden Welt darstellen. Irgendwie sind sie alle utopisch, doch nur die linken Ideologien sind edenistisch, d. h. sie verlegen das Paradies, das Goldene Zeitalter in die Zukunft. Alle bewußten, alle formulierten Ideologien tragen einen vorwiegend intellektuellen Charakter und zeichnen sich durch ein geschlossenes und zusammenhängendes Denkgebäude aus. Ihnen ist eine zumeist beschränkte Anzahl von Grundbegriffen zu eigen und ihre Schlußfolgerungen werden logisch-rational begründet.

Es kann aber keineswegs verschwiegen werden, daß bei ihnen auch höchst emotionelle Wurzeln vorhanden sind, doch werden stets Anstrengungen gemacht, das gefühlsmäßige Element zu verdecken und den intellektuellen Aspekt als alleinbestimmend lautstark hervorzuheben. Tatsächlich ist es aber doch so, daß hier emotionelle Ansätze rationalisiert werden und die ratio dann nur einen „Überbau“ darstellt. Ein Fanatismus wirkt moralischer, wenn er durch „Vernunftgründe“ gerechtfertigt wird. Das wird gerade bei den linken Ideologien besonders deutlich. Eine Inschrift am Marx-Monument im Herzen Moskaus trägt den Hinweis, daß Marx – laut Lenin – die lautere Wahrheit gelehrt habe. (Prawda, d.h. Wahrheit, heißt auch die führende sowjetische Zeitung). Unfehlbare Denkprozesse erheben da Anspruch auf unbedingte Gefolgschaft. Doch wer die Persönlichkeit von Karl Marx studiert hat – wir verweisen hier unter anderem auf die Werke von Arnold Künzli und Ernst Kux – weiß sehr genau, wie klar and einfach die Grundlagen des Marxismus aus den Ressentiments seines Schöpfers abzuleiten sind. (Bei Hitler war es auch nicht anders.)

Der Wunsch ist eben nur zu oft der Vater des Gedankens und wir erinnern uns da an den Ausruf Martin Luthers, eines Fideisten in der augustinischen Tradition und Antischolastikers, der uns einmal gesagt hatte, die Vernunft sei eine Hure, und ein andermal, daß sie wie ein Esel sei, den man bald in diese, bald in jene Richtung treiben kann. Das soll uns aber keineswegs an dem Wert der ratio irre machen, denn hier haben wir es mit einem der Unterscheidungsmerkmale zwischen Mensch und Tier zu tun. Da aber der Mensch auch ein animal ist, denkt er nicht nur – er fühlt auch. Und gerade aus dieser Kombination von Vernunft and Gefühlswelt entstehen oft Ideologien. Wozu noch ein wichtiger Umstand kommt: das Bestreben, eine gewisse Einheit von Vernunft and Gefühl herzustellen. Gefühle lassen sich rationalisieren. Vernunftgründe bekommen durch die Gefühle ihre Menschlichkeit, ihre Wärme, ihre Dynamik. So gibt es eine ganz „sentimentale“ Hinneigung zur Monarchie (die auf dem Vertikalismus und dem Vaterbild beruht), aber auch eine wissenschaftliche Rationalität des monarchischen Prinzips, die ihrem demo-republikanischen Gegenstück weit überlegen ist. Es wäre aber falsch anzunehmen, daß es keinen republikanischen („brüderlichen“) Sentimentalismus horizontaler Prägung gibt. Die Tendenz des Menschen zur Ganzheit ist nun einmal vorhanden.

Dieses Streben nach Ganzheit (wenn auch in der Praxis oft nicht lückenlos durchgeführt) beschränkt sich keineswegs auf die Linke. Sie kommt ebensogut auf der Rechten und nicht minder massiv (wenn auch bedeutend weniger profiliert) in der Mitte vor. Es kann dabei nicht geleugnet werden, daß es da oft zu Dichotomien kommt, und zwar sowohl zwischen Gemüt and Verstand, als auch zwischen den einzelnen Bezirken der Gefühlswelt und den verschiedenen Domänen der rationalen Überzeugung. Da haben wir, zum Beispiel in Irland, den strenggläubigen katholischen Kirchengänger, der Gott-Vater im Himmel verehrt, dem Heiligen Vater in Rom treu ist, die Rolle des Königs und Patriarchen in der Familie spielt, sich aber als Republikaner bekennt. Warum? Weil die Krone für ihn das verhaßte England repräsentiert.

Oder den deklarierten Monarchisten, der den Nationalismus als konservativ empfindet und dem die allgemeine Wehrpflicht viel sympathischer ist als die Idee eines Berufsheeres und dies, obwohl das „Volk in Waffen“ von der Französischen Revolution eingeführt wurde – haben doch alle Menschen die gleichen Rechte und daher auch die gleichen Pflichten, wer wählt, darf auch auf dem Schlachtfeld sterben, was kein feudales Privileg bleiben darf. Daher ist auch der totale Luftkrieg mit verbrannten Frauen, Kindern und Greisen ein Stück neuzeitlichster Demokratisierung. Doch der oben erwähnte naive Monarchist, von historischem Wissen keineswegs geplagt, reagiert gefühlsmäßig aus Ressentiment: er weiß, daß die Roten die Sprache des Internationalismus reden und gerne auch ein Lippenbekenntnis zum Pazifismus ablegen. Solche Ressentiments führten 1932 – 1933 zu unerhörten Kurzschlüssen.

Ohne Zweifel ist man jedoch im Bereich des Denkens äußeren Einflüssen mehr ausgesetzt als in jenem des Gefühls. De gustibus non est disputandum. Nun aber ist der Mensch in seinen Überzeugungen dann am meisten zu beunruhigen, wenn man ihm nachweist, daß ein Stück seiner Gesamtauffassung, also seiner Ideologie, mit dem Rest nicht im Einklang steht. Der Fall ist nicht selten, daß der dahin Angesprochene dann tatsachlich seine Teilmeinung ändert, weil er im Herzen weiß, daß sie mit Struktur und Inhalt seiner Weltschau übereinstimmen sollte. Es kann aber auch das Umgekehrte geschehen: die Zerstörung eines einzigen Dogmas zieht dann nach kritischer Reflexion den Zusammenbruch einer ganzen Ideologie mit sich. Im religiösen Bereich ist dies besonders häufig. Gleichgültig, ob wir hier einer geglückten Ersetzung eines nichtharmonischen durch einen organisch dazugehörenden Teil oder dem totalen Kollaps einer Schau durch die ernstliche Infragestellung eines Segments gegenüberstehen, so sehen wir in jedem Fall deutlich den ganzheitlichen, zur Integration neigenden Charakter des gesunden Menschen. Freilich, dem schizoiden Zeitgenossen, dem die gefühlsmäßige und intellektuelle Sensibilität abgeht, gibt es auch. Hier liegt ein Fall von Primitivität vor, die beim Erwachsenen pathologisch ist. Reife bedingt normalerweise Integration, Ganzheitlichkeit.

Wir haben nun vorwiegend von linken Ideologien gesprochen, doch zugleich darauf hingewiesen, daß Ideologien an und für sich zur menschlichen Existenz gehören. Sie mögen mehr oder weniger profiliert sein, aber den reifen, ideologiefreien Menschen gibt es nicht. Ohne Ideologie ist das Kind oder das Tier. Der üble Journalist ist es nur zum Schein. Allerdings muß im selben Atem zugestanden werden, daß Ideologien vom Träger oder seiner Umwelt gar nicht realisiert zu werden brauchen. Eine brave, alte Köchin, die ein sehr einfaches Leben führt, wenig liest und sich nicht einmal von den Massenmedien berieseln läßt, kann sehr wohl eine – vielleicht sogar höchst abgerundete – Ideologie besitzen. In diesem Fall wird eine solche am ehesten durch eine Mischung von Religion, Familientradition, Überzeugungen, Sitten und Gewohnheiten der Häuser, in denen sie gedient hatte, den Meinungen ihrer Freunde und Freundinnen und den Predigten, die sie hört, getragen werden. Bei Gebildeten liegen diese Dinge lediglich auf einer anderen, vielleicht höheren Ebene.

Nun aber war es in der Vergangenheit so, daß sowohl die sentimentalen, als auch die intellektuellen Grundlagen unserer Ideologien in der westlichen Welt größtenteils vom Glauben, d. h. von den Kirchen gelegt wurden. Erst mit der Krise der Religion, die machtvoll mit der Aufklärung einsetzt, kommt es zu einer nichtreligiösen (als auch antireligiösen) Bildung von Ideologien. Dabei mußte man ohne christliche Basis fast vom Nullpunkt aufbauen. Offenbarung, Ritus, der Katechismus fielen weg, dafür mußte die „Philosophie“ (ein Potpourri jammervoller Platitüden) wenn nicht gar die Naturwissenschaften herhalten. Die neuen Ideologien, die der gemäßigten und der äußersten Linken, schienen daher nicht nur originale menschliche Schöpfungen im engeren Sinne des Wortes, sondern auch sehr rational zu sein. Die sentimentalen Wurzeln blieben lange verborgen and wurden erst durch mühsame Forschung freigelegt. Die konservativen Strömungen, die sich weltanschaulich-politisch-sozial als Abwehr („Reaktion“) gegen die Aufklärung und die Französische Revolution herauskristallisierten, hatten einen sowohl antiintellektualistischen als auch antirationalistischen Zug – wie der Nationalismus, Militarismus, Antisemitismus eine wahre Kinderkrankheit, die sie noch lange verfolgen sollte. Man ignorierte dabei die Warnung Joseph de Maistres, der gesagt hatte: „Sachez être royalistes; autrefois c’était un instinct, aujourd’hui c’est une science“.[2]

In der Formulierung ihrer Schau stützten sich die Conservateurs hauptsächlich auf religiöse Werte, wobei dem katholischen Glauben die größere Rolle zufiel. In ihren Reihen gab es viele Konvertiten, und auch F. J. Stahl war ausgesprochen „hochkirchlich“ gesinnt. Les philosophes, le philosophisme – das war eben das Neuheidentum, die Aufklärung, notre chère mère la Guillotine und die noyades. Die Göttin der Vernunft, bezeichnenderweise von einer Prostituierten verkörpert, die auf das Geheiß Robespierres in der entweihten Notre Dame Kathedrale verehrt wurde, war nicht vergessen. Man stand für Religion und Tradition. Der von arroganten Intellektuellen ausgetüftelte Unsinn war Teufelei. Das Wort Freiheit, von der Revolution mißbraucht, war verdächtig obwohl es, anders als das Wort Gleichheit, im Neuen Testament sehr wohl vorkommt …

Dann aber erschien Burke, wenn auch etwas verspätet importiert, am kontinentalen Horizont, ein sehr anglisierter Ire, ein Whig und Präliberaler, der 1797 erst 68 Jahre alt starb and schon daher die späteren Etiketten konservativ und liberal nie gekannt hatte. Er wurde erstmals 1794 von Gentz ins Deutsche übersetzt und hat auch Adam von Müller zutiefst beeinflußt. Von der Französischen Revolution überrascht, in den oberen Schichten durch Aufklärung und Josephinismus religiös geschwächt, hatte man bei uns im Reich dem französischen Wahnsinnsausbruch geistig nichts entgegenzusetzen. Da kam dieser Deus ex machina, ein Brite mit irischem Feuer im Herzen, aber einem kühlen Hirn, und zergliederte äußerst geschickt, einleuchtend kritisch und realistisch diesen Spuk, der sich Frankreichs bemächtigt hatte.[3] Seine Sprache war nicht das verschnörkelte, esoterische Rotwelsch des Gelehrten, mit der man im Salon nicht viel anfangen kann, sondern die Sprache eines Gentleman, der in der „Mutter der Parlamente“ seinen Sitz und Rang hatte. Kein Wunder, daß man in unseren Ländern von ihm fasziniert war. Von Burke wurde anscheinend keine Doktrin mit einer anderen beantwortet, sondern ganz einfach das Geschütz des common sense schön unideologisch aufgefahren.

Doch dieser „gesunde Menschenverstand“ ist keineswegs universal. Der Weltreisende weiß nur zu genau, daß die Völker der sechs Kontinente auf sehr verschiedenen Wellenlangen fühlen und denken und sich diese Gefühls- und Denkformen durch lange Zeiten hindurch kristallisiert haben.[4] Unsere Erde ist farblich blaustichig, und mit elektrischen Birnen beleuchtete Zimmer sind rotstichig, was nicht von allen, jedoch vom Farbphotographen realisiert wird. Da sich jedoch unsere Augen an diese beiden Farben (je nach Umständen) gewöhnt haben, sehen wir sie nicht.

Burke hatte also sehr wohl eine Ideologie, die von jener des gesitteten Kontinentaleuropäers nur sehr wenig abwich, und so redete er zum Scheine ohne irgendeine ideologische Voreingenommenheit. Ein Inder des achtzehnten Jahrhunderts, der die Reflections on the Revolution in France in Bengali oder Malayalam übersetzt gelesen hätte, würde kein Wort verstanden haben. Die unsichtbare und doch so reale Ideologie, die einen Burke, seinen Freund und Gönner Lord Rockingham, Friedrich von Gentz und dessen Chef Metternich verband, hatte dieselben Wurzeln – und ganz andere als die des Inders in Kalkutta oder Travancore.

Allerdings gab es bei Edmund Burke „genetisch“ auch einige Abweichungen. Wir wissen, daß Burke in Trinity College zwar kein großer Scholar war, aber dennoch Plato and Aristoteles gelesen hatte; er zitierte gerne Homer und Pindar und verehrte ganz besonders Cicero. Selbstverständlich fand er sich auch in der Heiligen Schrift zurecht. Mutter und Schwestern waren katholisch, Vater and Bruder anglikanisch. Damals waren kultivierten Briten und Deutschen nicht nur Bibel und Antike, sondern auch das Mittelalter, Dante, Milton, Shakespeare, Corneille, Racine, Moliere lebendiges gemeinsames Erbe.

Freilich gab es auch einige Unterschiede: trotz des späteren Traumas des Dreißigjährigen Krieges war die deutsche Reformation eine ganz andere (d. h. eine viel humanere) als die britische, die blutigen Bürgerkriege waren bei uns unbekannt, die glorious revolution mit dem nachfolgenden oligarchischen System uns fremd. Doch das Gemeinsame überwog. Und dieses Gemeinsame und auch das wenige Nichtgemeinsame bildeten im Kopf und Herzen Burkes eine ideologische Einheit, von deren Warte aus er die demokratische Barbarei der Französischen Revolution in tiefgründiger Zusammenschau mit beredten Worten verurteilte. Kein Wunder, daß er bei uns „ankam“, daß seine Reden und Essays einen größeren Widerhall fanden als die vielleicht gelehrteren Bände Hallers, Müllers und Mösers. Eine Ideologie ist ihm nicht abzusprechen, aber sie war weder eng, noch systematisiert und schematisiert und höchst natürlicherweise nicht totalitär.

Burkes Erfolg am Kontinent hatte auch andere Gründe, so zum Beispiel die damals schon steil ansteigende Anglomanie. War doch England auch das Land gewesen, das seinen Widerstand gegen Napoleon nie aufgegeben hatte und in der Endphase – Blücher hin, Blücher her – vielleicht sogar als der Sieger dastand. Bei uns gibt es doch alle möglichen Formen der Anglomanie: eine aristokratische, eine bürgerliche, eine literarische, eine sportliche, eine evangelische, eine technische, ja selbst eine jüdische und eine katholische. Hatte doch Keyserling halb scherzend gemeint, daß das erste Unglück, das einen Menschen treffen kann, darin besteht, daß er nicht als Engländer geboren wurde. Nun aber ist der kontinentale Konservatismus wie auch der Frühliberalismus sehr stark von Aristokraten getragen worden, die sich später scharf gegen die Altliberalen wandten – in ihren Kreisen war man nur zu oft angloman und leider nicht so selten auch anti-intellektuell. Dieser „konservative“ Anti-Intellektualismus trug dann oft zum Antisemitismus der Konservativen bei. Auch liebte man nicht den professoralen „tierischen Ernst“. Parler légèrement des choses graves drückt eben eine sehr aristokratische Haltung aus.[5]

So ist es natürlich kein Wunder, daß sich der programmatische Anti-Ideologismus bei den europäischen Konservativen schon relativ früh bemerkbar machte und sich dann später recht dogmatisch gebärdete. In England und in den Vereinigten Staaten ist diese Haltung sogar noch viel vordergründiger als bei uns, denn trotz des wirklich bedeutenden Geisteslebens im Angelsachsentum auf bei Seiten des Atlantiks sind die Massen geistfeindlich eingestellt. In den Vereinigten Staaten ist dieser Anti-Intellektualismus durch den Demokratisierungsprozeß im 19. Jahrhundert und auch durch die Emanzipation der sehr fideistischen und emotionellen Freikirchen, den „Sekten“ außerordentlich gefördert worden.[6]

Kein deutscher Großindustrieller hätte je gewagt wie Henry Ford I zu sagen history is bunk. Das amerikanische Vokabular ist reich an verächtlichen Ausdrücken für gelehrtes Reden, Intellektualität, höhere Bildung, Professoren und dergleichen mehr. Culture wird gerne den Frauen in ihrem Riesenghetto zugeschoben. Doch die Wurzeln dieser Haltungen liegen in England, wo schon allein das Wort clever nur sehr zum Teil eine positive Bedeutung hat und in diesem zwielichtigen Sinn als Fremdwort auch bei uns übernommen wurde. Englische Väter legen selten Gewicht auf den geistigen Fortgang ihrer Söhne in den public schools. Die häufig gehörte Formel: „He is not very bright, but terribly good at games“, besagt alles. Games werden natürlich als charakterbildend empfunden. Die Gleichsetzung von Gescheitheit und Bildung mit einem schlechten Charakter einerseits und geistiger Beschränktheit mit großer Herzensgüte andererseits ist jedoch wahrscheinlich in Amerika mehr verbreitet als in England.[7] Wobei wir natürlich die Existenz intelligenter Schurken gar nicht in Abrede stellen wollen.
Kein Wunder also, daß man Ideologien, die ja ohne intellektuellen Überbau nicht „sichtbar“ werden, in England und Amerika nicht besonders zu schätzen weiß. In den drei Schlüsselbezirken des amerikanischen Lebens – Innere Politik, Business und Sport – spielen sie keine entscheidende Rolle. Dafür tragischerweise umsomehr in der Außenpolitik, die man immer weitgehend der Linken überließ – left to the Left. Das alles weist aber indirekt auf den grundsätzlich aristokratischen Charakter der amerikanischen Republik hin und auf ihre nicht minder aristokratischen britischen Wurzeln. Ideologie ist dort tatsächlich der deklarierte Feind und ganz besonders so bei den doch recht zahlreichen konservativen Denkern Amerikas, die nur zu oft – besonders die ältere Generation – im Burke-Kult steckengeblieben sind, nicht ganz zuletzt auch weil Burke die Interessen der Dreizehn Kolonien sehr mannhaft vertrat. Der Umstand, daß Americanism ein ziemlich harmonisches ideologisches Konglomerat darstellt, ist natürlich dort den Vielen nie aufgefallen. Wir sind uns der Luft auch nur dann recht bewußt, wenn sie uns fehlt oder besonders verschmutzt ist.

Diese Problematik des Ideologismus spielt aber auch auf unser Festland herüber, wo der Ausruf: „Europa braucht eine Idee!“ berechtigterweise oft gehört wird und zwar in Kreisen, die rechts von der Mitte stehen. In der wahren Mitte ist man ganz zufrieden, gedankenlos in Drogen, Sex, Konsum, seichter Unterhaltung and Nasenzählerei zu versauern und zu versinken. Auf der Rechten weiß man heute nur zu gut, daß man ohne Geist nicht operieren kann, daß man Ideen leichter als noch so edle Gefühle weiterreichen, propagieren kann. Bremsend wirkt hier allerdings die Ideologie-Angst. Freilich, wer lediglich konservieren will, braucht keine zusammenhängende Schau. Dessen Blick bleibt gebannt an einer unmittelbaren oder fernen Vergangenheit hängen. Wenn sich konservatives Denken lediglich in geistreichen Kommentaren der Gegenwart oder in blendenden witzigen Kritiken der Gegenseite erschöpft, dann ist es nicht kreativ, dann ist es nicht zukunftsträchtig. Über ein Narrenhaus kann man sich leicht lustig machen. Selbst über ein trauriges.

Nun ist aber die große Schau, das Wunschbild des Kommenden unabdingbar ideologisch. Ohne Ideologie bleibt der Rechten der Vorwurf der Sterilität nicht erspart. Steril ist auch das bescheidene Bestreben, bei den ideologisch bedingten Versuchen der Linken, eine paradiesische Utopie zu verwirklichen, lediglich dann and wann, wenn man ein wenig Macht hat, das Ärgste zu verhüten. Das ist die neuere Geschichte der britischen Konservativen.
Es ist aber gerade diese Präsenz der Negativideologien der Linken, die permanent als konservativer Kinderschreck fungiert[15] und den Gedanken einer prinzipiellen Ablehnung „aller“ Ideologien so anziehend gestaltet. Die Logik, die dieser fausse idée claire zugrunde liegt, ist keineswegs bewundernswert: „Fritz ist ein Raubmörder. Fritz ist ein Mensch. Also sind alle Menschen Raubmörder.“

Was soll man aber nun wirklich den Ideologien der Linken entgegensetzen? Vielleicht nur den „gesunden Menschenverstand“, von dem man fromm hofft, daß er schließlich einmal doch siegen würde? Manche von uns scheinen mit dem Wohl und Wehe von Generationen recht generös umzugehen. Doch ob der Mensch wirklich so klug und so gut ist, muß man im Lichte der Weltgeschichte wohl bezweifeln.[8]

Zudem verfallen nicht wenige unserer Konservativen dem Fehler der Altliberalen, die der Annahme waren, daß alles unbedingte Festhalten an eine Idee, einer Religion, einer politischen Überzeugung stracks zur Intoleranz führe. Toleranz braucht jedoch einen festen Glauben, denn tolerant ist nur der, der dem Gegner sagt: „Obwohl du völlig unrecht hast, werde ich dich weiter menschlich schätzen und schützen.“ (tolerare = tragen, ertragen). Was jedoch die Altliberalen befürworteten war nicht Toleranz sondern relativistisch-nihilistische Indifferenz. Wie das endet, sah man sehr deutlich in der Russischen Revolution. Die liberaldemokratische Republik Kerenskis wurde von den ideologisch viel härteren Bolschewiki weggefegt – und die knochenlose Mitte verschwand sang- and klanglos.

Die Monarchisten und „rechtsextremen“ Elemente kämpften jedoch heroisch zwei Jahre hindurch, 1918 bis 1920, in einem blutigen Bürgerkrieg. Man stirbt eben nicht für ein Fragezeichen. Man stirbt für eine totale Überzeugung – für eine Ideologie, für die Swjataja Russj, den Kaiser, die heilige Orthodoxie oder auch für den Marxismus, aber nicht für einen alle Wahrheit verneinenden Numeralismus. Ebenso wird der vielgelobte „Mann der Mitte“ (le modere), wenn es darauf und daran kommt, den Westen kaum gegen die Tyrannis verteidigen, und zwar nicht nur weil er lieber „rot als tot“ ist und ihm das Leben der Güter höchstes ist, sondern weil er zwischen Gut and Böse, zwischen Wahrheit und Lüge nicht mehr unterscheiden kann and will. Widerstand zu leisten überläßt er den „Extremisten“.

Es haben auch bei uns nicht die Liberalen and Demokraten nach 1933 gegen das braune Übel gekämpft und gelitten, sondern seine Konkurrenten von der extremen Linken und seine Feinde auf der Rechten. Die Liberalen und Demokraten im sicheren Exil schrieben couragierte Anti-Nazi-Romane in New York als Mitglieder der Résistance de la Cinquième Avenue oder drehten Anti-Nazi-Filme mit näselnden SS-Baronen in Hollywood. Soll man sich also einem Extremismus ausliefern? Sicherlich. Auch das Christentum ist einer. Il n’y a de supportable que les choses extrêmes hat uns schon Anatole France gesagt. Darum haben die profilierten Ideologien die gesichtslosen in der Regel an die Wand gespielt. Allerdings nicht immer in Kriegen, denn da entscheiden oft rein materielle Faktoren.
Das zeigte sich gewissermaßen auch im Vietnam-Krieg, der weitgehend ein Krieg zwischen Kommunisten und Katholiken war, wie ich auf meinen zahlreichen Besuchen stets feststellen mußte. Was sich zwischen diesen beiden Lagern befand, kann man ohne weiteres als Gallerte bezeichnen, in der sich feindliche Schalentiere begegneten. Deutlicher noch sieht man dies in der eisernen Haltung des roten Ostens der Außenwelt gegenüber, und ganz besonders so in der Deutschlandfrage, wo das Zurückweichen jetzt absolute Mode geworden ist. Mag in den Eingeweiden der UdSSR auch alles verfaulen und sich zersetzen, ein Prozeß, der dort genau so deutlich wie bei uns stattfindet, so hat die kompromißlose Haltung Moskaus Früchte getragen. Und dies verdankt man einer sichtbar zur Schau getragenen planenden Ideologie.

Die Widerstände eines nicht nur in sich geteilten Westens, in dem sich relativistische und nihilistische Ideologien fruchtlos zanken, werden schwächer und schwächer. Drüben weiß man, daß man bei seinen Prinzipien stur verharrend schließlich doch im aggressiven Sinne „Fortschritte“ macht. Man studiere da nur einmal die Geschichte der Anerkennung der SBZ Mitteldeutschlands. Mögen auch Bauern passive Resistenz machen, die dissidenten Intellektuellen in psichuschkas die Spritze bekommen, die nicht linientreuen Künstler verhungern, die Dichter in kontslageri verschickt werden – die wahre Linie des Erfolgs des Ostens liegt außerhalb der Grenzen, liegt im Vakuum des Westens. Europa braucht eine Idee.

Umso seltsamer aber ist es, wenn „Konservative“ sich dann mit allen möglichen Argumenten gegen den Ideologismus wenden. Sicherlich ist die Gefahr des Selbstmordes im Osten wie auch im Westen gegeben, aber die Gefahr ist groß, daß unsere Selbstentleibung vor jener des Ostens stattfindet. Hier findet wahrlich ein makabrer Wettlauf statt. Man vergesse nicht: der Selbstmord ist der natürliche Tod der Volker und der Institutionen. Den Ideologien wird vorgeworfen, daß sie Utopien sind, aber die Zukunft ist immer ein Ou-Topos. Sie werden beschuldigt, daß sie zu Planungen neigen, aber der westliche Mensch ist immer der Zukunft zugewandt, er wird immer für das Morgen planen, nicht nur wie der Hamster für einen Winter, sondern für den Rest des Lebens, für das Schicksal seiner Kinder und Kindeskinder, für das Leben auf der anderen Seite des Grabes.[9] Dynastien verfolgten Fernziele aufgrund von „Testamenten“ großer Herrscher, doch die Demokratie oszilliert immer kurzlebig: sie denkt in Wahlgängen, in Zeiträumen bestenfalls von 4-5 Jahren; sie hat den ewigen Wechsel zum Programm erhoben. Wie in einem Kasperltheater folgen Aufzüge, Persönlichkeiten, Szenen verschiedenster Art. Klerikale, Sozialisten, Rassisten, Nationalisten, Liberale, Parteien von Bauern, Arbeitern, Marxisten aller Schattierungen lösen sich dauernd ab. Die Krise wird zum System, der Neid, der Verdacht, die Gier zur Dynamik. Die liberale Demokratie ist eben nur ein Rahmen, in den man beliebige Bilder hängt. Sie ist die Ideologie der Ideologielosigkeit. „Europa braucht eine Idee“. Die Demokratie ist sie nun einmal nicht.

Nun aber ist der Konservative heute eher ein Mann der Rechten als ein Bewahrer des Bestehenden. Er lebt in einer teils agnostischen, teils aber doch zunehmend linken Welt. („Links ist dort, wo das Herz schlägt“? Beim Anblick eines mordwinischen Arbeitslagers verliert dies an Wahrscheinlichkeit). Der Mann der Rechten ist zwar immer begierig, von der Vergangenheit zu lernen, denn er weiß, daß, wer die Vergangenheit ignoriert, dazu verdammt wird, sie zu wiederholen. Doch ist er der Vergangenheit, der Tradition nur bedingt verpflichtet. Er ist völlig frei der Gegenwart gegenüber. Er kann sie jedoch unmöglich bejahen. Er muß sie ändern. Wie? Das hängt von den Umständen ab. Zu sagen, daß der Konservative, der Mann der Rechten, in der Gegenwart der wahre Revolutionär ist, stellt keine Übertreibung dar. Um nur ein willkürliches Beispiel zu nennen: ein radikal christlich empfindender Monarchist, der frei nach Karl Jaspers in dem Geist der Bibel und der Antike lebt – ist er nicht in einem modernen westlichen Land ganz automatisch ein Gegner des Establishments? Wie also ein revolutionärer Konservativer ohne feste Programmatik, also ohne Ideologie, auskommen kann, ist nicht leicht vorstellbar. Wenn ihm keine Idea, keine „Gestalt“ vorschwebt, wird er durch Wort und Tat kaum in Aktion treten können.

Eine Ideologie der Rechten mag zwar total (wie es eine bewußte Ideologie fast immer ist), aber sicher nicht totalitär sein. Sie muß personalistisch und spirituell, aber nicht materialistisch sein. Sie soll freiheitlich, föderalistisch, realistisch sein – realistisch aus einer richtigen Erkenntnis des Menschen heraus, einer Erkenntnis, die aber nicht aus psychologischen Statistiken à la Kinsey herausdestilliert werden kann. Ich selbst sehe eine solche Ideologie nicht ohne religiösen Kern, wobei natürlich der Mann der Rechten seine Programmatik auch auf die Kirche ausdehnen wird. Die Ecclesia semper reformanda ist auch sein Programm, wobei er seine Kirche zwar in der Welt aber nicht von der Welt,[10] überweltlich, aber weniger politisch, weniger sozial, weniger der Chronolatrie ergeben, sehen will. Heute muß er selbst kirchlich gegen den Strom schwimmen.[11]

Zu den Ideologien gibt es allerdings zwei Alternativen: Es ist möglich, Ideen and Gedanken völlig unzusammenhängend, unharmonisch, widersprüchlich in einem Sammelprogramm zusammenzufassen. Hier nähern wir uns der Schizophrenie. Es ist aber andererseits auch möglich, auf Ideen and Programme völlig zu verzichten und ohne vorgefaßte Meinungen ans Werk zu gehen. Das nennt man dann in einem anderen Bezirk: „Voraussetzungslose Wissenschaft.“ Dann operiert man auf der Basis der Methode von Trial and Error, das ein angelsächsisches Ideal darstellt und bei Intelligenzexperimenten mit höheren Säugetieren immer wieder beobachtet wird. Einem nur sehr primitiven Konservatismus mag diese Empirik zusagen. Das Ideal einer Hochkultur ist es nicht.

Programme und Planungen sind allerdings immer „prometheisch“. Prometheus ist aber der „Vorher-Überlegende“, der nach seiner Befreiung durch Herakles göttliche Ehren genoß. Sein Bruder Epimetheus, der ,Nachher-Überlegende“ verband sich ehelich mit Pandora – bekannt durch ihre Büchse. Mit ihr zeugte er das Mädchen Prophasis, die „Ausrede“. Durch das Vorher-Überlegen unterscheidet sich jedoch der Mensch vom Tier, der Erwachsene vom Kleinkind.[12] Wir aber fragen uns, ob der „Anti-Ideologismus“ auf der Rechten nicht vielleicht eine Prophasis ist: man ist zu faul, um zu denken. Ideologien sind nun einmal komplex, denn sie müssen Herzen und Hirne ansprechen. Eine flexible Ideologie der Rechten ist und bleibt jedoch ein Desideratum, das unbedingt erfüllt werden muß – und zwar nicht zuletzt deswegen, weil im Westen auch die Parteien rechts von der Mitte stetig profilloser werden und im geistigen Nebel herumtappen. Sie brauchen zumindestens einen Leitgedanken. Auch sie sind auf der Suche nach einer Idee. Schon darum tut Eile not:
Noch ist es Tag, da rühre sich der Mann, die Nacht tritt ein, wo niemand wirken kann. Goethe

Von Erik v. Kuehnelt-Leddihn
____

Fussnoten:

[1] Die ursprüngliche Deutung des Wortes Ideologie liegt in einer an deren Richtung: die Lehre von den Ideen. Für Marx hingegen ist die Ideologie der geistige Überbau über die materiellen (wirtschaftlichen) Gegebenheiten. Der Brockhaus (14. Aufl. 1898) sagt verbatim: „Außerdem bezeichnet man mit dem Worte jedes unfruchtbare systematische Denken und Grübeln, namentlich über politische und soziale Verhältnisse.“
[2] Siehe Joseph de Maistre: Lettre d’un royaliste savoisien. In: Oeuvres Complètes (Lyon 1884-1887), Bd. 7, S. 155-156.
[3] Allerdings hatte Edmund Burke wie so viele Engländer die erste Phase der Französischen Revolution begrüßt. Der Beginn der Linksrevolutionen am Kontinent löste in England meist helles Entzücken aus, während die Exzesse später Entsetzen erregten. Das war auch bei der deutschen Revolution der Fall. Lloyd George und Churchill gehörten zu den frühen Bewunderern Hitlers. In England war es immer einfacher, am halben Weg stehenzubleiben. …
[4] Die gemeinsamen Wellenlängen hingegen stellen ein Vertrauen her, das wiederum auf die Voraussagbarkeit von Reaktionen fußt. Man weiß oder glaubt zu wissen, wie der Mann derselben Volkszugehörigkeit reagieren wird. Darüber auch Karl W. Deutsch: Nationalism and Communication. New York 1953, S. 86-87.
[5] Siehe Michel de St. Pierre, Les Aristocrates, Paris 1954, S. 202
[6] Siehe darüber: Richard Hofstädter: Anti-Intellectualism in American Life. London 1964, passim.
[7] Während des Zweiten Weltkriegs wurde den Amerikanern als die eminence grise (graue Eminenz. MM) hinter Hitler und als „preußischer“ Erzbösewicht der kultivierte, gar nicht braune „Herr Generalmajor Professor Doktor von Haushofer“ präsentiert, der übrigens ein Bayer war. Deutscher General und Professor, was konnte man sich da diabolischeres vorstellen? Leider trug er kein Monokel – wie Karl Marx.
[8] Die Kurzsichtigkeit so mancher katholischer Theologen aus reiner Opposition gegen den reformatorischen Pessimismus über die Natur des gefallenen Menschen, sich ganz dem heidnischen Optimismus Rousseaus hinzugeben, behandelte ich in meinem: Luftschlösser, Lügen und Legenden. Herold, Wien 1972, S. 11-16
[9] Im Hindi gibt es ein Wort für „jetzt, heute“ – ahdsh, ein anderes für „gestern“ und „morgen“ – kal. So haben wir in Indien ein wahres Zerrbild des Konservatismus … absolute Zeitlosigkeit! Das Rad als Symbol!
[10] Diesen Aspekt hat EKL zwar auf dem Papier verkündet, in der Realität aber nie ausgefüllt! MM
[11] In dieser Anlehnung an die Welt ist man kirchlicherseits nun auch der Sexwelle zum Opfer gefallen. So mußte erst kürzlich in der Schweiz ein populärer geistlicher Universitätsprofessor gemaßregelt werden, weil er eine wahre „Theologie des offenen Hosentürls“ im Hörsaal verzapfte.
[12] Und der Mensch vom Demokraten … MM

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