Dort die Freiheit, hier die Pflicht

Jeder halbgebildete Idiot ist heuer in der Lage stundenlang darüber zu referieren, von was und von wem er alles ›frei‹ sein will.

Soll er doch nach Sibirien gehen. In der Weite der Wildnis ist er frei von den Zumutungen der Zivilisation. Hockt ihm kein Natschalnik[1], kein quengelndes Weib im Nacken. Dort kann er tun und lassen, was ihm beliebt.

Aber diese Freiheit ist es natürlich nicht, die der Protagonist meint. Denn die ist mitnichten ein Schlaraffenland, sondern täglicher Kampf ums nackte Überleben. Um Nahrung, Kleidung, gegen Krankheit und das Alleinsein in gleichgültiger Wildnis, die sich nicht darum schert, ob man lebt oder stirbt.

Dort die Freiheit, hier die Pflicht. Letzteres, das dialektische Seitenstück, dem man nicht entkommen kann. Wer das eine will, muss das andere leiden.

Um es mit Goethe zu sagen:

»Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muß.«

___
[1] »Vorgesetzter«

 

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