Über den Turmbau zu Babel

Nichts ist falscher als die Paraphrase, nach der Sprache Denken bestimme.

Man weiß, was man schreiben, sagen will, doch man ringt mit der Sprache, um die Form des klaren Gedankens. Oft genug gelingt es nicht, auszusprechen oder aufzuschreiben, was man denkt, geschweige fühlt. Missverständnisse inbegriffen: Man wird falsch verstanden, gerade weil die Äußerung missglückte.

Sprache ist nur der modulierte Träger der Information. Sie ist Form, nicht Inhalt. Sie besteht aus Schall- oder Lichtwellen; sie übermittelt, ohne den Sinn der Übermittlung zu hinterfragen. Selbst die Logik der Sprache besteht lediglich aus Regeln, um Sender mit Empfängern zu synchronisieren. Viele Sprachen, gleiches Denken. Sonst wäre eine Verständigung überhaupt unmöglich. Ein Baby denkt auch ohne Sprache.

Trotz Sprachwirrwarrs hat die Menschheit nie aufgehört am babylonischen Turm zu bauen.

 

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Philosophie abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s