Herr sein, heißt frei sein

Frei sind nur jene Menschen, die unumschränkte Herren über ihre Lebenszeit sind. Die folglich über vierundzwanzig Stunden eines Tages, sieben Tage einer Woche und alle 365 Tage des Jahres zu entscheiden vermögen, was sie tun oder lassen.

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Der Liberalismus musste, weil die Freiheit unmöglich ein allgemeines Menschenrecht sein kann, allerlei einschränkende, wie absurde Definitionen dieses Terminus erfinden, um die durch die ‚freiheitliche‘ Praxis enttäuschten Massen wenigstens ideologisch einzulullen. Während man den verdrehten Begriff wie eine Monstranz vor sich herträgt, bringt man zugleich das Zauberkunststück fertig, die einzig wahre Bedeutung der Freiheit zu diffamieren: Freiheit kann überhaupt nur existieren, wenn es Herren auf der einen und Knechte auf der anderen Seite gibt. Dies ist deshalb Gott gegeben, weil die Masse sich nie über den Sklavensinn zu erheben vermag. Was der Reactionär offen bekennt, übt der Liberale im geheimen aus, indem er die wahren Machtverhältnisse anonymisiert.

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Der große Haufe bietet das Schauspiel, wie man mit ausgesprochenem Knechtssinn sich ein Leben nach der Art des lieben Viehs zurecht macht; und der Standpunkt erringt sich Ansehen, weil manche unter den Mächtigen der Erde Gesinnungen wie die eines Sardanapal teilen.

Aristoteles; Nikomachische Ethik; Verschiedene Auffassungen vom Zweck des Lebens

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