Freude am Blutbad

„Die mildesten Charaktere lieben den Krieg, wünschen ihn, und ziehen in denselben mit Begeisterung. Jener liebenswürdige Jüngling, dem seine Erziehung Abscheu vor Gewalttat und Blut eingeflößt hat, verlässt flugs den väterlichen Herd, und eilt mit den Waffen in der Hand, den Feind auf dem Schlachtfeld zu suchen, ohne noch zu wissen wer der Feind ist.  Gestern noch würde er untröstlich gewesen sein, wenn er durch Zufall den Kanarienvogel seiner Schwester erdrückt hätte; morgen erblickt ihr ihn, wie er, um in die Ferne zu schauen, auf einen Haufen von Leichnamen tritt. Das Blut, das um ihn rieselt, begeistert ihn nur, das seinige und das der Feinde zu vergießen; immer mehr wird er entflammt, und er wird dahin kommen, Freude am Blutbad zu haben.“

Joseph de Maistre; Gespräch über den Krieg; St. Petersburg; 1851

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Reactionäres veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s