Vom zweifachen Frieden

„Der Mensch hat kein befriedetes Herz, solange für ihn, wenn er auch etwas hat, das es will, doch noch etwas zu wollen übrig bleibt, was es gleichzeitig nicht haben kann.“ (Summa 3;29,I)

„Der wahre Friede kommt allein von Gut. Wie man wahres Gut vollkommen oder unvollkommen besitzt, so ist auch wahrer Friede zweifach: der vollkommene, bestehend in der vollkommenen Genußhabe am höchsten Gut, durch die alle Begehrungen sich der Ruhe in Einem aneignen, ist das letzte Zweckziel des vernünftigen Geschöpfes … Der andere ist der unvollkommene Friede, den man hat in dieser Welt; denn wenn auch die Grundwegung der Seele zur Ruhe kommt an Gott, so gibt es doch außen und innen Widersetzliches, das diesen Frieden erschüttert. (Summa 3; 29, II)“

„Überall wo Friede ist“, schreibt Thomas, „herrscht Eintracht. Aber nicht überall wo Eintracht ist, herrscht Friede“, weil die sinnhafte Begehr „Eines Menschen“, der Vernunft entgegenstrebt: „Das Fleisch gelüstet wider dem Geist“ (Gal. 5,17) Mithin wäre die Grundbedingung jedes wahren Friedens auf Erden, „im eigentlichen Sinne genommen“, die Herrschaft des Geistes über das Fleisch bei jedem einzelnen Menschen; eine Bedingung freilich, der man sich im irdischen Leben höchstens zu nähern vermag, sie aber aber nie erreichen wird, weil immer „etwas zu wollen übrig bleibt“.

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Gal 5.13 Denn ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder; allein gebrauchet nicht die Freiheit zu einem Anlaß für das Fleisch, sondern durch die Liebe dienet einander. 14 Denn das ganze Gesetz ist in einem Worte erfüllt, in dem: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“. 15 Wenn ihr aber einander beißet und fresset, so sehet zu, daß ihr nicht voneinander verzehrt werdet. 16 Ich sage aber: Wandelt im Geiste, und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht vollbringen. 17 Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, der Geist aber wider das Fleisch; diese aber sind einander entgegengesetzt, auf daß ihr nicht das tuet, was ihr wollt. 18 Wenn ihr aber durch den Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter Gesetz. 19 Offenbar aber sind die Werke des Fleisches, welche sind: Hurerei, Unreinigkeit, Ausschweifung,  20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Sekten, 21 Neid, Totschlag, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, von denen ich euch vorhersage, gleichwie ich auch vorhergesagt habe, daß, die solches tun, das Reich Gottes nicht ererben werden.  22 Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit; (Epheser 5.9) 23 wider solche gibt es kein Gesetz.  24 Die aber des Christus sind, haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten. 25 Wenn wir durch den Geist leben, so laßt uns auch durch den Geist wandeln. 26 Laßt uns nicht eitler Ehre geizig sein, indem wir einander herausfordern, einander beneiden. 

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