Christos Kunst: kurzsinnige Gottlosigkeit

Größer als die Pyramiden – und teurer als jedes Kunstwerk der Welt: In der Wüste von Abu Dhabi will Verpackungskünstler Christo eine riesige Skulptur aus Ölfässern bauen. Die sogenannte Mastaba war schon lange geplant, doch nun scheinen der genaue Ort und die Finanzierung festzustehen., so steht’s bei SPON geschrieben.

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Das Wesen dieser Art Kunst ist ihre genuin kurzsinnige Gottlosigkeit.

Die Ölfässer werden in wenigen Jahren so restlos verrotten, wie die Ansichten des Künstlers, der sie in der Wüste aufeinander stapeln lässt.

Unterstellt, es gäbe überhaupt metaphysische Überlegungen, die über das Adjektiv „teuerstes“ hinausreichen, welches das Werk hinreichend erklärt.

Im historischen Ägypten hat eine ganze Religion gigantische Grabmäler an den Nil gekotzt, so provozierend ewig, dass mancher Islamist Allah bittet, er möge sie wieder zu Wüstensand zerbröseln.
Während die Pyramiden ganze Heerscharen von Ägyptologen beschäftigen, ist das geplante Kunstwerk so pennälerhaft simple, das es schon in wenigen Jahren gewollt vergessen wird. So wie die „Verhüllung des Reichstages“, einem „Event“, bei dem der Autor ein skeptischer Zeitzeuge war.

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Steht Gott im Mittelpunkt der Kunst, müht sich der Künstler um Ewigkeit seines Werkes. Stetigkeit ist dem Mammon verhasst. Ihm sind der Umsatz, das Ereignis, die Hast, das Hier und das Heute heilig. Im nächsten Moment schon ist das Gestern vergessen, beginnt der „Neuanfang“, wie überhaupt „das Neue“ sein Fetisch ist.

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Modern ist, was gerade Mode ist. Mode hat keinen anderen Sinn als über die menschliche Eitelkeit, den Umsatz anzukurbeln, indem noch Brauchbares für unmodern erklärt wird.

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Kunst.

Auf Gott gerichtet hat sie keinen Nutzen, aber einen Sinn. Bei gottloser Kunst ist es umgekehrt.

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2 Antworten zu Christos Kunst: kurzsinnige Gottlosigkeit

  1. Geier schreibt:

    Es ist wahrscheinlich schon ein Zuviel an Ehre, wenn man in der Kunst Christos einen metaphysischen Sinn sucht. Der Mann betreibt einen gewöhnlichen Gewerbebetrieb wie jeder Klempner, Hausarzt oder Ablaßverkäufer auch. Sein Geschäftsmodell mag etwas ausgefallener sein, nichtsdestotrotz ist es nichts weiter als ein ganz ordinaires Gewerbe.

    • Reactionär schreibt:

      Immerhin hat er in seinem Gewerbe die Kunst entwickelt, erhebliche Gelder zu mobilisieren. Ein Künstler ist er also, ein Metaphysiker hingegen mit Sicherheit nicht. Eher ein Menetekel, für die stete Verelendung dessen, was man unter Kunst versteht.

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